Rote Waden beim Handball – Activity

Übers Schwitzen spricht person nicht, male tut es einfach. Geschwitzt wird viel in Tokio, geatmet auch. Atmen ist kein großes Thema in Tokio, Schwitzen für Olympia-Reporter und -Reporterinnen schon, insbesondere für jene aus arktischen Heimaten wie Mitteleuropa. Jeder macht es, keiner spricht darüber, sind Körperflüssigkeiten doch eh schon omnipräsent: Hier der Spucktest zur Überprüfung der Virenlast zwecks Corona-Eindämmung, dort die dauerplätschernde Toilette, um das Erleichtern zu erleichtern. Problematisch am Schwitzen: Male kann es nicht heimlich tun, hinter Türen oder in Kabinen, geschwitzt wird öffentlich und sichtbar.

Gedanken schweifen ab an den Reporter, der stets mit Daunenweste unterwegs ist, in unzähligen Taschen Stifte, Notizblöcke und Technik verstaut. Eine Woche im Dschungel würde er damit locker überleben und hätte alles am Mann, um darüber zu berichten. Auch Daunenwesten können durchschwitzen, hat er bewiesen. Er ist in Tokio nicht dabei.

Schwitzen möchte guy gerne mit Würde – aber wie? Es wird warm in Tokio, haben sie gesagt, gedacht hat man dabei nicht an Pressetribünen, die sich aufheizen wie Pizzasteine. “Squash ist eine Sauna, in der guy viel rennen muss”, soll Henry Kissinger gesagt haben. In Tokio zu berichten ist so, als säße gentleman in einer Sauna, in der person viel tippen muss. Interessant zu beobachten ist die Metamorphose derer, die nach einem morgentlich Auftritt in Shorts beim Rudern Stunden später mit roten Waden beim Handball auftauchen. Male sieht sie fortan in Denims. Oder beim Schwimmen. Überhaupt, der Schwimm-Journalist ist eine Spezies für sich: Verschwindet eine Woche lang in gekühlter Halle, findet alles halb so wild und macht die Waden-Erfahrung dann, wenn alle anderen damit durch sind. Lustiger Kerl.

Kühltücher mit und ohne Grapefruit-Duft

Von Japanern lernen, heißt überleben lernen: Waden sieht man selten. Stattdessen Funktionsjacken, lange Hosen, nasse Tücher um den Hals. Sie haben auch Kühltücher mit und ohne Grapefruit-Duft, Menthol sorgt für nachklingende Kühle. Und vor allem tragen sie: Hüte. Fischerhüte wie die Bogenschützen, die Experten der Hitzeabwehr. Dort vorbeigeschaut, giert der Reporter beinahe mehr nach der Kopfbedeckung als nach dem Job interview. Es heißt also: Aufrüsten, ein eigener Hut muss her. Der einzige Weg führt in der Corona-Blase allerdings in den Store mit den Maskottchen. Es kommt, wie es kommen muss. Male fragt Strategien und Empfindungen der Olympiasiegerin im Kanuslalom ab – und auf der eigenen Mütze steht “Tokyo 2020”. Keine andere Wahl, möchte man noch hinterherrufen. Egal. Mit Würde zu schwitzen heißt, es mit Würde zu ertragen.

Und plötzlich ist der Mund-Nasen-Schutz ein sehr willkommenes Utensil, halb versteckt ist weniger blamiert. Am meisten geschwitzt wird in der Interviewzone vor den Sportlern. Auf der einen Seite die 5000-Meter-Läufer, auf der anderen die klebrige Masse der Drei-Minuten-Jogger, von der Tribüne hinuntergehumpelt in die Katakomben. Immerhin muss sich der Reporter in durchtränkten Stoffen um eines keine Sorgen machen: Falten in der Kleidung.

Olive

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